Deutschland ,, Zugspitze 2962 m,,

Der höchste Gipfel Deutschlands übt eine magische Anziehungskraft aus: Wanderer, Bergsteiger, Skifahrer und Ausflügler zieht es auf den mit Seilbahnen sowohl von Deutschland als auch von Österreich erschlossenen Berg. Wer unberührte Natur sucht, ist hier sicher fehl am Platze. Doch ein Erlebnis ist die Zugspitze trotz des Rummels ohne Zweifel. Bergsteiger suchen das Erlebnis in einer Besteigung zu Fuß. Am beliebtesten sind die Anstiege durch das Reintal oder das Höllental.


Der Anstieg durch das Reintal ist auch von weniger geübten Bergsteigern zu machen, vorausgesetzt sie bringen die nötige Kondition mit. Der Weg zieht sichgut 21 km in die Länge , auch wenn man die Tour auf der schön gelegenen Reintalangerhütte oder etwas höher, am Beginn des Zugspitzplatts, auf der Knorrhütte unterbrechen kann.

Der längste Anstieg auf die Zugspitze belohnt Bergsteiger mit einer Fülle an landschaftlichen Höhepunkten. Gleich zu Beginn führt der Weg durch die tief eingeschnittene Partnachklamm, ehe man auf einer breiten Forststraße ein paar Kilometer der Partnach ins Herz des Wettersteingebirges folgt. Eingerahmt von turmhohen Felswänden wandert man im breiten Talboden und erkennt nur an der ständig wechselnden Kulisse, dass es vorwärts geht.

Die kleine Bockhütte direkt neben der munter plätschernden Partnach ist die einzige Einkehrmöglichkeit zwischen Partnachklamm und Reintalangerhütte, dementsprechend viele Wanderer legen hier Rast ein. Die Hütte selbst wird gerade neu errichtet. Bei aller Schönheit um die Hütte herum bleibt der nächste Rastplatz bei der Blauen Gumpe unübertroffen: Ein glasklarer Bergsee in faszinierendem Blau, mit eiskaltem Wasser umgeben von einer überwältigenden Kulisse - ein Platz zum Träumen und Genießen. Während man bis hierher überwiegend Strecke gemacht hat, kommen ab diesem Punkt Höhenmeter hinzu. In gleichmäßiger Steigung führt der Weg hinauf zur Reintalangerhütte. Wir legen hier eine Rast ein um uns mit den köstlichen bayerischen Spezialitäten stärken zu können. Gestärkt geht es nun noch 2 Std. auf die Knorrhütte wo wir die Nacht verbringen möchten. MÖCHTEN ja, den wir haben kein Lager reserviert das bei diesen Andrang ein Problem werden könnte.                                                                        

 

Der flache Auftakt durch den grünen Boden des Reintalanger ist nur kurz, ideal zum Warmlaufen wider, danach geht es zackig bergauf. Immer karger wird die Vegetation und bei der Knorrhütte auf 2051 Meter Höhe dominiert bereits der nackte Fels. Angekommen die erste Frage ist ein Lager für 2 Personen frei. Ja da hast Glück! Die Antwort vom Hüttenwirt.

Der zweite Zugspitz-Tag ist deutlich einfacher als der erste, denn nach stolze 1600 Höhenmetern am ersten Tag sind diesmal 900 Höhenmeter zu bewältigen. Kurz darauf kommen die ersten Schneefelder in Sicht, die sich hier bis in den Hochsommer halten.
Über die leicht gewellte Hochfläche des Zugspitzplatts geht es auf einer alten Moräne weiter bergauf. Schon bald rückt der Zugspitzgipfel ins Blickfeld, doch das anstrengendste Wegstück folgt erst. Der Steilaufschwung vom Schneeferner hinauf zum Gipfel ist auf den ersten Metern ein mühsamer Abschnitt über ein Schuttfeld, ehe der Untergrund in festen Fels übergehen. In teilweise gesicherten Serpentinen, gelangt man zu den Gipfelbauten. Nach dem Hindernislauf über die dicht bevölkerte Terrasse wartet als letzte Hürde der Ostgipfel. Für den Gipfelsturm muss man sich meist geduldig anstellen, denn der Platz am goldenen Gipfelkreuz ist knapp und heiß begehrt.
Die Zukunft der Zugspitze haben sich die Erstbesteiger im Jahr 1820 sicher anders vorgestellt. 1930 wurde nach dreijähriger Bauzeit die Zahnradbahn in Betrieb genommen, die von Garmisch-Partenkirchen zum Schneefernerhaus führte, und 1963 die Eibseeseilbahn, die in 10 Minuten vom Eibsee direkt auf den Zugspitzgipfel fährt. Eine breite Terrasse erstreckz sich über den eingeebneten Westgipfel von der österreichischen zur bayerischen Aussichtsplattform. Lediglich der Ostgipfel mit seinem vier Meter hohen Gipfelkreuz ist noch erhalten. Neben den Seilbahnstationen wird der knappe Platz auch von einer Wetterstation, dem Max-Planck- und Fraunhofer-Institut, der Bundespost und den Restaurants genutzt.
Seit 1995 gibt es sogar eine 450 Quadratmeter große Kunsthalle, in der zweimal jährlich Arbeiten von zeitgenössischen Künstlern präsentiert werden. Wie ein Fels in der Brandung steht dazwischen das Münchner Haus des Deutschen Alpenvereins , das 1997 sein 100-jähriges Jubiläum feierte. Die unberührte, heile Bergwelt findet man hier oben nicht, erahnen lässt sie sich aber noch. Trotz der Bauten lohnt es sich, das großartige Panorama zu genießen. Bis zu 200 Kilometer reicht der Blick, im Westen sieht man bei guter Sicht sogar bis zur Bernina-Gruppe mit dem Viertausender Piz Bernina und im Osten bis zum Großglockner.

Anfahrt: Garmischer Autobahn bis zum Autobahnende und über Oberau nach Garmisch-Partenkirchen und zum Parkplatz am Olympia-Skistadion.
Zeit: Insgesamt 10 bis 11 Stunden 2500 H/m und 23 KM
Schwierigkeit: Sehr lange, aber landschaftlich ungeheuer eindrucksvolle Tour durch das ursprüngliche Reintal. Der Gipfelanstieg ist mit Drahtseilen gut gesichert Klettersteig (A/B) und für geübte Geher ohne Schwierigkeiten. Bei Problemen kann man vom Schneeferner auch mit der Seilbahn zum Gipfel schweben.

Einkehr: Bockhütte (1052 Meter), Reintalangerhütte (1370 Meter), Knorrhütte (2051 Meter), Münchner Haus (2959 Meter)
Karte: BLVA UK L 31, Werdenfelser Land (1:50.000)


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