Fasnachtsbräuche im Herzen Tirols

Die stille und besinnliche Weihnachtszeit neigt sich dem Ende. Und während in den Stuben die wertvollen, über Generationen vererbten Hauskrippen wieder langsam verstaut werden, beginnt das bunte Fasnachtstreiben.

Abwechselnd findet in den Orten der Region Hall-Wattens ein traditioneller Umzug statt, bei dem nach altem Brauch der Winter - in Gestalt des Zottlers - vom Frühling - verkörpert durch den Tuxer - bezwungen wird. Das Fasnachtstreiben galt in früherer Zeit als öffentliches Ärgernis. Trotz vieler Verbote geriet es aber nie in Vergessenheit, was zeigt, wie tief dieser Brauch im Volksleben verwurzelt war und immer noch ist. Die Protagonisten des Umzugs spiegeln in aufwändigen Kostümen den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Hell und Dunkel (Recht und Unrecht) in einer beeindruckenden Art und Weise wider. 

Dieses Gegenspiel zwischen Zottler und Tuxer, Bär und Bärentreiber, um nur einige zu nennen, spielte sich in früheren Zeiten meist in den Bauernstuben ab. Erst im 20. Jahrhundert wurde damit begonnen, diesen Brauch auf der Straße aufzuführen und damit einer breiteren Bevölkerungsschicht vorzustellen. Im Tiroler Volksboten wird bereits am 04.02.1926 auf den Matschgererumzug hingewiesen. 

Die Fasnacht hat bis heute nichts von ihrer Anziehungskraft eingebüßt. Milser, Volderer und Absamer Matschgerer, Thaurer Muller, Baumkirchner Lallen, Wattener Schellenschlager und verschiedene Traditionswägen nehmen alljährlich an diesem Umzug teil - und geben das lokale Dorfleben auf volkstümliche, humoristische Weise zum Besten. Und auch musikalisch ist einiges geboten, wenn die Musikkapellen und viele andere ihr Können unter Beweis stellen.  
Quelle: Fasnachtsbräuche in Tirol- Region Hall-Wartens

Die Hexen
Sie sind Symbolfiguren des Winters und sind mit den Zottler eine der ursprünglichsten Gestalten der Matschgerer, Huttler und Muller der Marthadörfer
.

Der Krameter

Der „Krameter“ eröffnet den Zug der Thaurer Muller. Er ist wohl einzigartig in ganz Tirol. Sein Gewand besteht aus duftenden Wacholderstauden, die ganz frisch und meist unter einer dicken Schneedecke hervorgeholt werden müssen. Dann sind die Frauen der Krameter gefragt. Mit einem Spagat werden die stechenden Stauden auf eine dicke, alte Eisenbahner- oder Postuniform genäht. Das Gewicht summiert sich und kann dann letztendlich bis zu 45 Kilogramm betragen. Auch die schöne Larve wird umhüllt von Wacholderstauden und der Besen ist ein langer Wacholderast. Der Krameter ist für das Platzmachen verantwortlich. Er sorgt dafür, dass die Muller sich dann auf der ganzen Straße ausbreiten können. Eine Woche nach dem ersten Auftritt jedoch kann man den Krameter wieder abtrennen und die Uniform wieder in den Kasten hängen, denn aus dem schönen Grün wird eine Mischung aus dürrem Braun und den durchscheinenden Farben der Uniform. Den nächsten Auftritt erlebt der Krameter dann beim nächsten Mullerlaufen 2017.

Der Zottler
Die Härte und Kälte des Winters wird durch diese Figuren dargestellt. Mit heftigen Bewegungen - Stampfen, Trampeln und Tanzen - wird diese Wildheit betont. Bei jeder Bewegung fliegen die bunten Jutefransen der Gewänder hoch durch die Luft. Der Kopfschmuck besteht aus Pfauenfedern und Fell.

Die Zaggeler (Tschaggeler)
Diese Fasnachtfiguren zeigen den Herbst. Durch die farbenfrohen Gewänder mit den bunten Quasten und Glöckchen soll der Winter davon abgehalten werden, ins Land einzuziehen. Schwarze Hahnenfedern und ein mit Fuchs- oder Hasenfell bedeckter Hut bilden den Kopfschmuck.

Die Klötzler
zählen zu den neueren Figuren der Matschgerer. Im Grunde sind sie eine Version der Zottler. Der Klötzer hat statt Fransen viele Holzklötzchen aufgenäht, die beim Aufspringen ein klapperndes Geräusch erzeugen. So wie der Tschaggeler hat auch der Klötzler eine Weidenrute.

Die Tuxer
Begleitet von Musik, einem Ziehharmonika-Spieler bringen sie nach den derben und dämonischen Zottlern, den „Sonnenschein“, die fröhliche Fasnachtsstimmung. Die fröhlichen und jugendlichen Tuxer, vor allem aber die Spiegeltuxer mit ihrem prachtvollen Kopfschmuck, erinnern an den festlichen Almabtrieb im Herbst.

Der Spiegeltuxer
Mit seinem hohen Kopfschmuck von ca. 12 kg Gewicht, der von Federn und Blumen umgeben ist und in der Mitte einen großen Spiegel trägt, verkörpert der Spiegeltuxer das Frühjahr und den herannahenden Sommer. Mit dem Spiegel vertreibt er die bösen Wintergeister.

Die Fleckler
mit einem Anzug, bestehend aus bunten Stoff-Flecken, einer spitzen Mütze und einer Weidenrute zum Einfangen der Leute erinnert der Fleckler an Zeiten in denen die Kleidung der einfachen Leute oft nur aus zusammengenähten Stoffresten bestand.

Der Weiße

Der Weiße ist eine sehr schöne, junge und lebendige Figur der Milser Fasnacht. Auf Grund seiner weißen Hose mit aufgenähten Bändern und Glöckchen an der Hosennaht und seinem weißen Hemd hat er den Namen. Ein schönes Schultertuch meist, aus Seide mit Fransen, reicht von seiner linken Schulter bis zur rechten Hüfte. Um seine Hüfte ist eine Federkielbinde mit einer Kette aus Silbertalern. Seine Bewegungen sind sehr lebendig, indem er mit kurzen Schritten tänzelt und im Takt des "Matschgererwalzers" trestert. In seinen Händen hält er eine Weidenrute, die er zu einem Bogen gespannt hält. Oft hüpft er.so vorwärts und rückwärts über seine Rute, ähnlich wie beim Springschnurhüpfen, und fängt damit auch die Leute zum Abmullen ein. Die Weidenrute spielt in der Fasnacht eine besondere Rolle. Man vermutet darin das Symbol des Wachstums, da die Weiden im Frühjahr als erste ihre Knospen zeigt. Auf einem Fügener Hut ist das Zierrat angebracht. Über der Mitte des Hutes ragt ein schöner Spielhahnstoß hinaus und auf der linken Seite sind zwei

weiße Gockelfedern angenäht. Die Larve zeigt ein jugendliches, fröhliches Gesicht, das durch die leichten und schnellen Bewegungen unterstützt wird. An der Larve, die wie jede Larve aus Zirbenholz geschnitzt ist, ist ein Stoff mit aufgenähtem Rosshaar angebracht, der dafür sorgt, dass die Larve am Kopf hält. Zu diesem Zweck wird der Stoff am Hinterkopf mit Hilfe eines Klettverschlusses geschlossen. (vgl. GAPP 1996, 201) 

DER ALTBOARISCHE und ALTBOARSICHE TUXER

So wie der Altboarische den in die Jahre gekommenen Hütltuxer darstellt, so verkörpert der Altboarische Tuxer den schon etwas betagten Spiegl- oder Altartuxer. Nicht in kurzer, sondern nur mehr knielanger Lederhose, gestützt auf einen Gehstock, bewegt sich der Altboarische und Altboarische Tuxer in gemächlichem Tanzschritt zwischen den Hütlern und Spiegltuxern. Es sind also Symbolfiguren für die Vergänglichkeit der Jugend und Schönheit, wie sie auch in der Oberländer, insbesondere Imster Fasnacht sehr eindrucksvoll zu finden sind.

Der Hiatler

Die Schuhplattler aus Mils schlüpfen in der Fasnacht in die Figur des Hiatlers. Er verkörpert ebenfalls einen sehr jungen, lebendigen, sehr lustigen und fröhlichen Menschen. Sein Gewand ähnelt dem des Weißen. Auch er trägt ein weißes Hemd, ein grünes Tuch auf der Brust und einen oftmals mit der Hand bestickten Hosenträger. Ihm fehlt nur das Schultertuch und die lange, weiße Hose. Stattdessen trägt der Hiatler eine kurze, dunkle Lederhose, um die jedoch ebenfalls ein Ranzen mit einer Talerkette ist. Seine kurzen Wollsocken und die Stitzl um die Waden sind noch ein Teil der bayrischen Tracht. Der Hut des Hiatlers ist exakt derselbe wie der des Weißen. Der größte Unterschied dieser beiden Figuren liegt in der Bewegung. Während sich der Weiße mit kurzen Schritten und Hüpfen über seine Rute bewegt, ist der Tanz des Hiatlers ein Plattler. Es muss ein Plattler im Takt des Matschgererwalzers sein. Der Matschgererwalzer ist das Um und Auf für den Hiatler, denn es gibt keinen Hiatler ohne Ziehorgel. Weder das Trestern, noch das Platteln, noch das Gehen im Walzertakt kann ohne Ziehorgel ausgeführt werden. So braucht man eine Menge Plattlerübung während des ganzen Jahres und eine gute Kondition, um ein Hiatler sein zu können. Auch kälteempfindlich darf man nicht sein, denn man ist in den kalten Monaten des Winters mit kurzer Lederhose und aufgekrempelten Hemdsärmeln unterwegs. (vgl. GAPP 1996, 202)

Der Bär
Er ist ebenfalls eine typische Symbolfigur des Winters und bereitet seinem Treiber, der ihn zu dressieren versucht, größte Schwierigkeiten. Am Ende besiegt jedoch der Treiber den Bären und vertreibt somit den Winter.

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