Wallfahrt über den Felber Tauern ,,Auf den Spuren der Säumer"

Dankeswallfahrt für sichere Alpenüberquerungen

MITTERSILL. Eine heterogene Gruppe von über 60 Mitgliedern, die eines eint - die Kultur des Säumens – eine, in vielen pinzgauer Gemeinden vergessene Kultur, die früher mit den Orten vor und nach den Tauernübergängen eng verbunden waren. Der Verein der Felbertauernsäumer ( www.samer-mittersill.at ) organisierte vom Mi 27.07. bis Do 28.07.2022 zum vierten Mal eine Wallfahrt auf den Spuren der Säumer über den Felbertauern, als Dank für sichere Alpenüberquerungen.

Ein Shuttlebus bringt uns vom Nationalparkzentrum Mittersill zum Matreier Tauernhaus – dem Ausgangspunkt der Wallfahrt. Der erste Spirituelle Impuls wurde bei der einzigartigen Felsenkapelle (1.690 m) im Gschlößtal - Bittgebet zum Schutz vor Naturgefahren abgehalten.

In 1,5 Tagen legen die Wallfahrer die Strecke über die St. Pöltner Hütte vorbei beim Hintersee zum Tauernhausspital und weiter zur Felberkirche nach den alten überlieferten Schriftstücken zurück. Alte Kapellen, Kreuze und Gedenktafeln erinnern über die Tragödien und Unglücke entlang der Route. Ferdinand erzählt uns über deren Geschichten die historisch aufgearbeitet wurden.

Das gemeinsame Gehen mit spirituellen Rastplätzen bilden die Inhalte der Wallfahrt. Die Landschaft, das gemeinsame Gespräch und ein gemeinsames Ankommen sowie die Abschlussmesse mit dem Kaplan Albrecht Tagger in der Felberkirche am 28.07. um ca 17:00 Uhr gehörte zu den Höhepunkten der Wallfahrt. Die Felberkirche ist eine Nikolauskirche – Patron der Reisenden, Händler somit auch den Säumern gewidmet – ein perfekter Ort um dort die Abschlussmesse stattfinden zu lassen.


Als Tauernhäuser werden mehrere Hospize sowie Raststationen bezeichnet, die vom Erzbistum Salzburg entlang von Saumpfaden für Samer und Reisende unterhalten wurden. Die Tauernhäuser wurden dabei in mehreren Salzburger Tauerntälern angelegt, förderten aber auch den Handel über den Gerlospass, Felber Tauern, den Pass Thurn und die Radstädter Tauern.

Der erste Spirituelle Impuls wurde bei der einzigartigen Felsenkapelle (1.690 m) im Gschlößtal - Bittgebet zum Schutz vor Naturgefahren abgehalten.

Jausenzeit beim Zirbenkreuz (1984 m), von wo man einen grandiosen Ausblick auf das Gschlößtal und den vergletscherten Großvenediger sowie auf die Berge des Tauerntals hat.

2. Spirituelle Impuls- Bittgebet um glücklichen Übergang. Das Zirbenkreuz erinnert an das große Tauernunglück vom 28.Mai 1878, wo vier Treiber aus Matrei beim Viehtrieb in einem Schneesturm verunglückten.

Göttele Stoa. ist die Weggabelung "Alter und Neuer" Tauern, der sich nur eine halbe Stunde von der St. Pöltner Hütte am Scheitelpunkt Tauerntal-Felbertal (2.481 m) befindet. Es soll an die Unterstandshütten erinnern, die an dieser Stelle errichtet waren.

Ankunft bei der St. Pöltner Hütte (2.481 m). Die Hütte feiert heuer ihr 100 Jahr Jubiläum 1922 - 2022.

Wenige Höhenmeter unter der Hütte das Tauernkreuz


Donnerstag 28.07.2022


Abstieg nach Mittersill



Kreuz am alten Saumweg oberhalb des Nassfeld

Dieses Kreuz wurde zur Erinnerung an das große Tauernunglück vom 28. Mai 1878 errichtet.

Die Wege über die Tauern waren nicht nur mühsam, sondern oft auch gefährlich. Besonders viele Opfer forderte ein Unglück bei einem Viehtrieb im Mai 1878. „Der Aufbruch erfolgte frühmorgens mit 130 Kühen und Kälbern vom Matreier Tauernhaus aus. Der Mittersiller Viehhändler und Meilingerwirt Anton Hochfilzer hatte die Warnungen des erfahrenen Tauernwirts nicht beachtet. Am späten Nachmittag erreichten Hochfilzer und acht Treiber völlig erschöpft die Passhöhe. Beim Abstieg ins Felbertal gerieten sie in einen schweren Schneesturm und verloren die Kontrolle über die verängstigten Tiere. Vier Treiber aus Matrei, Virgen und Prägraten gingen im Inferno der entfesselten Natur am Tauern elend zugrunde – und mit ihnen der größte Teil des Viehs“, so der Felberturm-Kustos. Auch Emerenzia Panzl, Wirtin aus Mühlbach, erfror im Jahr 1819 als 59-Jährige am Tauern. Sie wollte ihre beiden Söhne – Simon und den Schützenhauptmann Johann Panzl – in Matrei besuchen. Quelle www.osttirol-heute.at/chronik/saumwege/


Der Weg führt weiter zum Marterl Weinbründl im Trudental, Tauernhaus Spital mit einer Andacht bei der Schösswendkapelle, Großbruckkapelle und zum Ölberg.

Bei der Angerkapelle empfängt uns die Pfarre Mittersill und wir ziehen gemeinsam zur Felberkirche weiter.


Abschlussmesse Felberkirche. Die Kirche ist dem Hl. Nikolaus geweiht- dem Patron der Reisenden, Handelsleute, Kaufmänner, Seefahrer und Säumer.

Quelle:Programmheft Verein Felbertauernsamer Mittersill www.samer-mittersill.at

















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