Die letzten Täler und der Zinkenkogel 2.233m

Viele Reisende nehmen das Pölstal nur als Seitental oder zersiedeltes Übergang auf dem Weg von Ennstal ins Murtal wahr. Wer aber Halt macht und sich näher umsieht, wird bald seinen kulturellen Reichtum, seine landschaftliche Schönheit und das üppige kulinarische Angebot zu schätzen wissen. Den typischen Pölstal-Bergwanderer ist allerdings die reizvolle Pölsen und das Authal in Bretstein der geschichtlichen Attraktionen weitgehend unbekannt.


Eine Tour von der Pölsen über den Zinkenkogel ins Authal ist eine Wanderung in ,,DIE LETZTEN TÄLER". Man sieht und erlebt auf der gesamten Strecke einen Kulturelen Lebensraum der über Jahrhunderte von Bauern, Almhirten, Jägern und Holzfäller geschaffen wurde. Zwei Täler die touristisch nicht erschlossen wurden und so ihre Landschaftsform erhalten blieben. Wenn man durch das Authal, talauswärts wandert so sieht man, wie zerfallene Bauernhöfe wieder stilgerecht revitalisiert und belebt werden. Es ist ein interessanter Einblicke in die Geschichte der Region.


Die Tourbeschreibung

Für „Nicht-Anrainer“ ist wenige Meter nach der Straßenabzweigung in die Pölsen – etwas mehr als 3 Kilometer südlich von Hohentauern – bereits Endstation. Hier gibt es einen freien Parkplatz wo auch für Wohnmobile das übernachten als Stellplatz möglich ist.

Vom großen Parkplatz folgen wir der breiten Forststraße Richtung Westen. Zunächst geht es etwa 30 Höhenmeter bergab, am großen Forsthaus Pölsen samt Nebengebäuden vorbei.

Bei der Weggabelung halten wir uns rechts. Etwas später passiere wir ein Jagdhaus und über einen weiten ebenen Boden erreiche wir die Pölsenhube.

Maximilianhube, ehem. Jagddomizil Kaiser Maximilian des I., in der Pölsen


Allmählich beginnt die Forststraße nun endlich ein wenig zu steigen, schließlich möchten wir heute auch einmal in die Berge gelangen, noch aber zeigen sich Zinkenkogel und Perwurzgupf in weiter Ferne.

Bei der Lippbaueralm verlasse wir den breiten Forstweg und folge dem spärlich markierten Wanderweg teilweise über morastige Abschnitte. Bei einer Höhe von etwa 1.600 Meter zweigt der Wandersteig zum Perwurzpolster nach rechts ab und führt über steile, verwachsene Wiesenhänge bergan. Der Pfad ist in den letzten Jahren frei gemacht worden ist aber unübersichtlich markiert. Man verliert sehr schnell den Verlauf und findet sich wieder in Büsche und das „Gstauda“. Knapp unterhalb des Perwurzpolster ist der Wandersteig sehr Gut erkennbar.

Entlang dieses Abschnittes kann man sehr Gut die landschaftliche Veränderung beobachten das durch die Jahrhunderte zu einer Kulturlandschaft geprägt worden ist.


Ab dem Sattel am Perwurzpolster ist die Orientierung nun wieder sehr einfach. Südwestwärts bergan in vielen kleinen, in den Karten nicht ersichtlichen Serpentinen. Der Gipfel des Perwurzgupf wird umgangen. Von hier scheint es nicht mehr weit zu sein zum Zinkenkogel, der Weg zieht sich dann aber doch noch ein bißchen, schließlich hat man zu diesem Zeitpunkt bereits 8 Wanderkilometer in den Beinen. Trotz wolkenlosem Himmel kann sich in den Gipfelregionen durch den Wind die Wärme nicht richtig entfalten. Schließlich stehen wir am höchsten Punkt der heutigen Tour, beim Gipfelkreuz am 2.233 Meter hohen Zinkenkogel.

Entlang dieses Abschnittes wandert man den Zentralalpenweg 02. Er startet in Hainburg an der Donau an der slovakischen Grenze und endet an der Grenze zu Liechtenstein in Feldkirch.


Der Abstieg erfolgt nun den breiten Südgrat problemlos bis zum Wagnerplankogel 2.104 m. Dann weiter hinab, kleine Gegenanstiege und zum Reiterecksattel 1.854 m. Wir verlassen den Weitwanderweg und folgen einen grasbewachsenen, alten Saumweg in langen flachen Serpentinen talwärts. Etwas abseits kommt man zum Neualmsee, hier steht ein kleines Kreuz das an einem Wilderer erinnert, der vom Förster erschossen wurde. Auch dieser Pfad ist bewachsen. Um 1.670 m geht es rechts über einen Bach, dann in einer langen Linksschleife zum sichtbaren Forstweg. Der Pfad ist ab hier meist nicht erkennbar, aber man kann nicht aus. Wir kommen zum Forstweg mit Jagastand, bald darauf zu einer Bachquerung und zu einer zweiten. Am bekannten Weg über die Neualm (1474 m) zum Weißen Kreuz (1364 m), vorbei am Jagdhaus (1263 m) und zum Parkplatz.


Entlang dieses Abschnittes wandert man entlang eines alten Römerweges (Säumerweg), kommt beim Neualmsee vorbei, wo sich Wilderer und Förster gegenüber standen und trifft sich beim Weißen Kreuz. Früher lebten in dieser Gegend noch an die 100 Menschen- Bauern, Jäger und Holzfäller.


Startpunkt


Parkplatz Pölsen (1.250 m)


Einkehr


GH. Beren


Schwierigkeit: schwer durch die Länge der Strecke.


Technik ***

Kondition ****

Erlebnis ****

Landschaft ****

Gefahrenpotenzial **



Strecke. 19 km

Dauer. 6:30 h ohne Pause

Aufstieg. 1071 hm

Abstieg. 1241 hm

Höchster Punkt. 2.233 m

Tiefster Punkt 1.184 m


Beste Jahreszeit. Mai, Juni, Juli, August, September ACHTUNG! Die Jagdzeiten beachten.




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