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Der hölzerne Osterturm von Kulm am Zirbitz

Das Osterfeuer, dessen Brauch bereits seit Mitte des 16. Jahrhunderts praktiziert, schon auf vorchristliche Traditionen zurückzuführen ist, wird jährlich am Osterwochenende entfacht. Als liturgischer Teil ist das Osterfeuer ein gesegnetes Feuer, kann somit dazu verwendet werden, sich von gesegneten Gegenständen, die man nicht mehr benötigt, zu entledigen. Der Pfarrer bzw. Priester entzündet anschließend am Feuer eine Osterkerze und trägt diese danach als Zeichen des Lichts in die Kirche – Jesus ist das Licht der Welt.

Wie jedes Jahr veranstaltet die Landjugend Kulm am Zirbitz auch heuer ihr Osterfeuer. Das gezimmerte Feuer ist mit der besonderen Bauform einzigartig in Murtal. Sie zeigen damit ihre Verbundenheit zum ländlichen Bereich durch die Pflege und Gestaltung der Osterbräuche.

Um den Burschen ein flottes Arbeiten ermöglichen zu können bringen die jungen Frauen am frühen Nachmittag die Jause nach.

Am Palmsonntag wird das Feuer fertiggestellt um es am Karsamstag anzuzünden.

„Anheizen“

Nicht nur Osterfeuer sind Tradition, auch das „Anheizen“ in der Nacht auf Karsamstag ist es. Meist sind es Jugendliche aus anderen Orten, die sich in der Nacht an das Feuer heran schleichen und es frühzeitig entzünden. „Das sind meistens Leute, die selbst ein Osterfeuer gebaut haben. Mehr Angst machen aber Jugendliche, die keinen Bezug zum Brauchtum haben und denen es nur ums Zündeln geht“. Die Landjugend-Mitglieder halten daher Wache bis zum Sonnenaufgang am Ostersamstag – bei jedem Wetter.

Entzündet wurde das Feuer am Karsamstag mit Fackeln.

Schon von weitem sichtbar war das heurige Osterfeuer der Landjugend Ortsgruppe Kulm am Zirbitz. Statt einem gewöhnlichen „Osterhaufen“ bauten die Jugendlichen einen neun Meter hohen, kunstvoll gestalteten Turm aus Holz, den ein vier Meter hohes Kreuz aus Fichtenzweigen schmückt. „Früher war es Brauch, Kreuze aus Holz zu formen. Vor allem im Lungau ist das weit verbreitet“, erzählt Ortsgruppenleiterin Martina Rieberer.

Quelle Kleine Zeitung © Sarah Ruckhofer

Vergangenen Freitag haben sechs handwerklich begabte Burschen mit dem Bau des Osterfeuers begonnen, am Sonntag stand der Turm. Das Kreuz aus Fichtengras entstammt den Händen der weiblichen Landjugend-Mitglieder, die ein selbst gezimmertes Holzgerüst mit den Zweigen umwickelt haben. Der Turm ist aus Fichte gezimmert worden und mit Reisig gefüllt. Der Turm selbst besteht aus rund zehn Festmetern Fichtenholz und ist in drei Schichten aufgebaut. „Damit er nicht zu schnell brennt, sondern langsam von unten nach oben“.

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