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Auf den Spuren der ältesten Kulturpferderasse Europas

Bei herrlichem Kaiserwetter vollzog sich der diesjährige Lipizzaner-Almabtrieb von der Stubalm über Maria Lankowitz und Köflach nach Piber.

Gegen 10 Uhr waren die 33 Lipizzaner-Junghengste mit ihren Betreuern von der Stubalm, wo sie drei Jahre lang ihren Sommer verbringen dürfen, losmarschiert. Man sollte in diesem Zusammenhang erwähnen, dass die Stubalm ca. 20 km vom Bundesgestüt Piber entfernt liegt! Beim Lipizzaner-Almabtrieb sind also alljährlich einige Kilometer zu Fuß zurückzulegen. Für die Betreuer, welche jeweils zwei Junghengste an der Hand führen, erfordert dies eine äußerst gute Kondition. Das Tempo wird stets von den Pferden bestimmt, welche mit ihren Betreuern vorangehen und den Zug anführen. Die temperamentvollen Jungtiere haben dabei ein recht flottes Tempo drauf, obwohl sie bei ihrer Ankunft beim Gasthof Wiendl, der ersten Zwischenstation, bereits 15 km zurückgelegt haben.

Gegen 12 Uhr kamen die Junghengste beim Gasthof Wiendl (ca. 2 km oberhalb von Maria Lankowitz) an, wo sie bereits von zahlreichen Gästen erwartet wurden. Auf der Wiese beim Gasthof wurden die Pferde von einheimischen Mädchen im feschen Dirndl mit bunten Blumensträußen geschmückt. Allein schon diese Szene ist eine Augenweide, die man einmal gesehen haben muss!

Nach einer kurzen Rast ging’s weiter hinunter nach Maria Lankowitz, einem bekannten Wallfahrtsort, etwa 2 km oberhalb von Köflach gelegen. Das Zentrum von Maria Lankowitz bildet die schöne alte Kirche mit ihrem Vorplatz, wo die Lipizzaner-Junghengste alljährlich auf ihrem Almabtrieb festlich empfangen werden.

Auf dem Kirchplatz von Maria Lankowitz harrte bereits eine große Menschenmenge erwartungsvoll der Junghengste. Vor der Kirche in Maria Lankowitz gab es zunächst eine feierliche Pferdesegnung. Der Festakt mit der Pferdesegnung in Maria Lankowitz ist ein eindrucksvoller Beweis, wie sehr Kultur und Tradition sowie die Lipizzaner als die älteste Kulturpferderasse Europas in der Lipizzaner-Heimat Steiermark wertgeschätzt werden.Nach der festlichen Pferdesegnung setzte sich der Zug weiter in Bewegung.

Das nächste Ziel der „Reise“ war Köflach, wo es abermals einen feierlichen Empfang gab. Hier ging es allerdings wesentlich lauter zu als in Maria Lankowitz. Eine riesige Menschenmenge säumte die Straßen, als die Lipizzaner-Junghengste mit ihren Betreuern, gefolgt von zahlreichen Mitläufern, im Zentrum von Köflach einmarschierten.

Nach einer weiteren Strecke von etwa zwei Kilometern trafen die Lipizzaner-Junghengste im Bundesgestüt Piber ein. In diesem Jahr wurden die jungen Pferde nach dem Almabtrieb erstmals in die Arena des Bundesgestüts Piber geführt, wo sie – sehr zur Freude der zahlreichen Zuschauer – ausgelassen wurden und frei herumlaufen durften. Die Pferde schienen den Auslauf so richtig zu genießen; nun durften sie sich endlich austoben und sich nach Belieben im Sand der Arena wälzen! Ab und zu gab’s auch mal kleinere Raufereien, wie das in einer Herde von Junghengsten nun einmal so üblich ist.

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